Alexander Zanon: Imst hat einen neuen Stadtamtsdirektor

In der Verwaltung der Stadtgemeinde Imst hat mit Beginn dieses Monats ein Wechsel an der Führungsspitze stattgefunden: Neuer Stadtamtsdirektor ist Alexander Zanon. Der 34-jährige Jurist aus Zams war zuvor in der Landesverwaltung tätig. Sein Vorgänger Martin Schönherr hat sich nach 25 Dienstjahren aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet und ist in den wohlverdienten Ruhestand getreten.


Mit Mag. Alexander Zanon hat die Stadtgemeinde Imst seit 1. Juni einen neuen Stadtamtsdirektor. Er ist damit für die Agenden der Verwaltung verantwortlich. Der Wechsel erfolgte nach einer dreimonatigen Einarbeitungsphase gemeinsam mit seinem Vorgänger Mag. Martin Schönherr, der nach 25 Jahren im Dienst der Stadt Ende Mai in den Ruhestand getreten ist.

Bürgermeister Stefan Weirather würdigt den langjährigen Einsatz von Martin Schönherr: „Die Zusammenarbeit war intensiv und stets von einem sehr angenehmen Miteinander geprägt. Auch bei Herausforderungen und zahlreichen Diskussionen hat er immer ausgleichend gewirkt. Sein Abschied erfüllt uns mit einem weinenden Auge, gleichzeitig gönnen wir ihm den wohlverdienten Ruhestand von Herzen.“ Zugleich zeigt sich der Bürgermeister erfreut über die Nachfolgeregelung: „Mit Alexander Zanon konnten wir einen äußerst kompetenten Nachfolger gewinnen. Trotz des personellen Wechsels bleibt die Kontinuität in der Verwaltung gewahrt.“

Abschließend wünscht die Stadtgemeinde Imst dem scheidenden Stadtamtsdirektor viel Gesundheit sowie viele glückliche Jahre im Kreis seiner Familie.

Vom Landesdienst ins Stadtamt

Alexander Zanon stammt – wie sein Vorgänger – aus Zams. Nach seinem Studium an der Universität Innsbruck war der Jurist im Tiroler Landesdienst tätig, unter anderem bei den Bezirkshauptmannschaften Imst und zuletzt Landeck. Dort arbeitete er als Sachbearbeiter im Umweltreferat.

Nach der Ausschreibung der Stelle im Sommer 2025 und einem anschließenden Hearing fiel die Entscheidung schließlich auf den 34-Jährigen. „Trotz mehrerer Bewerber habe ich erfreulicherweise den Zuschlag erhalten. Mein Start im März ist äußerst positiv verlaufen. Ich habe mich von Beginn an sehr willkommen gefühlt und wurde vom gesamten Team bestens aufgenommen“, zeigt sich Zanon über seinen Karriereschritt erfreut. Weiter betont er: „Beruflich war das bislang wohl die beste Entscheidung meines Lebens. Ich habe noch keinen Tag bereut. Nachdem ich bereits mehrere Jahre in Imst tätig war, schätze ich die Menschen hier besonders.“

Bürgerfreundliche und serviceorientierte Verwaltung

Die ersten Monate der Übergangsphase, in denen beide Stadtamtsleiter gemeinsam tätig waren, ermöglichten einen sanften Einstieg in die neuen Aufgabenbereiche sowie ein schrittweises Hineinwachsen in die Funktion. „Die Einarbeitungszeit mit meinem Vorgänger war äußerst wertvoll. Schließlich ist Martin Schönherr nach 25 Jahren im Dienst ein echter ‚alter Fuchs‘. Nicht nur fachlich, sondern auch im Umgang miteinander konnte ich viel von ihm lernen. Zudem hat er ein hervorragend funktionierendes und eingespieltes Team im  Stadtamt und außerhalb übergeben, auf dem ich nun aufbauen kann“, verweist Zanon.

Für den Umweltjuristen stellt seine neue Aufgabe als Stadtamtsdirektor eine spannende Weiterentwicklung dar und zugleich eine Erweiterung seiner bisherigen Spezialisierung: „In meiner neuen Funktion bin ich als Generalist gefragt. Das Aufgabengebiet in dieser verantwortungsvollen Position umfasst ein breites rechtliches Spektrum bis hin zu Personalangelegenheiten. Mein Anspruch ist es, das bestehende hohe Niveau und die Qualität in der Verwaltung zu sichern. Gleichzeitig kommen laufend neue Themen und Herausforderungen hinzu, die es bestmöglich zu bewältigen gilt – darunter auch die fortschreitende Digitalisierung.“

Die Gemeinde ist in vielen Belangen die erste Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. „Unsere Arbeit basiert zwar auf Gesetzen und Regelungen, dennoch ist es unser Ziel, bürgerfreundliche Lösungen zu finden. Wir arbeiten sehr nahe an den Menschen und möchten, dass der Weg ins Stadtamt für niemanden mit Unsicherheit oder gar Angst verbunden ist. Wir verstehen uns als Dienstleister – die Bürgerinnen und Bürger sollen sich mit ihren Anliegen bei uns willkommen fühlen.“ 

Ära endet nach 25 Dienstjahren

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich Martin Schönherr Ende Mai aus dem aktiven Berufsleben in den wohlverdienten Ruhestand. Nach 25 Dienstjahren geht damit eine prägende Ära zu Ende, die im Oktober 2001 ihren Anfang nahm.

Wie sein Nachfolger absolvierte auch Schönherr ein Jus-Studium an der Universität Innsbruck und startete seine berufliche Laufbahn im Tiroler Landesdienst: „Nach meinem Studium  arbeitetet ich zuerst im Landhaus. Eigentlich war ein halbes Jahr an der Bezirkshauptmannschaft Imst geplant – daraus wurden schließlich zehn Jahre“, blickt Schönherr zurück. Während dieser Zeit war er in unterschiedlichen Bereichen tätig, zuletzt im Naturschutzreferat.

Auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung bewarb er sich schließlich für die ausgeschriebene Stelle als Stadtamtsdirektor in Imst. „Damals gab es insgesamt 26 Bewerber. Vermutlich konnte ich mich dank meines gewachsenen Netzwerks in der Bezirkshauptmannschaft Imst und in der Landesverwaltung in Innsbruck durchsetzen“, erzählt Schönherr mit einem Augenzwinkern.

Im Laufe seiner Tätigkeit arbeitete er eng mit den Bürgermeistern Gerhard Reheis, Gebi Mantl und zuletzt 16 Jahre lang mit Stefan Weirather zusammen. Als Bindeglied zwischen Verwaltung und Politik war diese Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Gemeinsam wurden unter anderem die Herausforderungen der Pandemie sowie wirtschaftlich schwierige Zeiten bewältigt – stets getragen von einem starken Zusammenhalt und einer kollegialen Zusammenarbeit.

In diesen Jahren hat sich die Stadt Imst dynamisch entwickelt: Neben einem deutlichen Bevölkerungswachstum kam es zu zahlreichen Betriebsansiedlungen. So hat sich die Kommunalsteuer von rund zwei Millionen auf über sieben Millionen Euro mehr als verdreifacht. Auch die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtgemeinde stieg von etwa 150 auf rund 300 Köpfe an. Dennoch ist die Verwaltung im Stadtamt im Vergleich zu anderen Städten weiterhin schlank organisiert.

Digitalisierung, Transparenz und „Wutbürger“

Die Stadt Imst war stets ein sehr guter Dienstgeber. Die Vielseitigkeit in der Gemeindeverwaltung ist mit anderen Bereichen kaum vergleichbar – gerade auch aus juristischer Sicht bietet das Amt eine große Bandbreite. Auf der Bezirkshauptmannschaft hätte ich etwa keinen Grundkauf abgewickelt oder Themen wie Gemeindegutsagrargemeinschaften begleitet. Wir betreuen die Bürgerinnen und Bürger in vielen Lebensbereichen und sind für die über 11.000 Einwohnerinnen und Einwohner sprichwörtlich von der Wiege bis zur Bahre zuständig“, erklärt Schönherr

Trotz zunehmender Digitalisierung habe sich das grundlegende Aufgabengebiet jedoch kaum verändert. „Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit fließt mittlerweile in Berichtspflichten und Datenerhebungen. Die Bürokratie und die Anforderungen an die Berichterstattung nehmen – entgegen vieler politischer Ankündigungen – weiter zu. Mitunter entsteht der Eindruck, dass übergeordnete Behörden vor allem mit Kontrollaufgaben beschäftigt sind. Gleichzeitig ist für die Gemeinden oft nicht nachvollziehbar, wofür viele der erhobenen Daten letztlich verwendet werden“, merkt Schönherr kritisch an.

Als weitere Entwicklung nennt er eine Veränderung im gesellschaftlichen Umgang: „Seit der Corona-Zeit hat das Phänomen der sogenannten ‚Wutbürger‘ zugenommen. Insgesamt sind die Bürgerinnen und Bürger aber besser informiert und treten selbstbewusster auf. Während zu Beginn meiner Tätigkeit das Amtsgeheimnis im Vordergrund stand, hat sich der Schwerpunkt inzwischen deutlich in Richtung Transparenz, Informationspflicht und Auskunftsrecht verschoben. Mitunter führt das jedoch dazu, dass Entscheidungen verstärkt hinterfragt und gerechtfertigt werden müssen. Hier gilt es, eine vernünftige Balance zu finden – schließlich ist die Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger da und nicht umgekehrt.

Nahtloser Übergang und Dankesworte

Die dreimonatige Übergangsphase ermöglichte einen reibungslosen und nahtlosen Wechsel in der Stadtamtsleitung. Seinem Nachfolger möchte Martin Schönherr dabei bewusst keine konkreten Ratschläge mitgeben: „Alexander Zanon wird seinen eigenen Weg finden.“

Ganz zieht sich Schönherr jedoch noch nicht aus dem öffentlichen Leben zurück. Vorerst bleibt er weiterhin als Geschäftsführer der Stadtmarketing und Stadtentwicklung Imst GmbH tätig und betreut zudem übergangsweise das Thema Jagd.

Für seinen Ruhestand hat er derzeit keine fixen Pläne: „Jetzt freue ich mich vor allem auf mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Enkelkindern sowie auf Aktivitäten wie Radfahren und Wandern. Auch im Schützenwesen werde ich weiterhin mit großer Freude engagiert bleiben.“

Abschließend blickt Schönherr dankbar auf seine langjährige Tätigkeit zurück: „Es war eine wunderschöne Zeit in Imst – mit vielen Höhen, aber auch einigen Herausforderungen. Ich danke allen für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen 25 Jahren.“

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